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Mein Mann ist plötzlich wahnsinnig eifersüchtig – was kann ich tun?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können Sie der Einzel- und Paartherapeutin Dorothea Perkusic Ihre Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Die heutige Frage:

Mein Mann ist seit einiger Zeit wahnsinnig eifersüchtig. Er ist unzufrieden mit sich und kontrolliert mich, geht heimlich an mein Handy und sogar beim Fernsehen ist er sauer auf mich, sobald ein anderer Mann auf dem Bildschirm erscheint. Wir sind seit 17 Jahren verheiratet, ich habe ihn nie betrogen oder mit anderen geflirtet und bin eigentlich glücklich mit ihm. Aber seine plötzlich andauernden Unterstellungen machen alles kaputt. Woher kann das kommen und was soll ich tun?

Dorothea Perkusic:

Max Frisch hat mal geschrieben, „Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich“. Eifersucht resultiert somit meistens, aus einem schwachen Selbstwert und der Unfähigkeit mit Ängsten und Unsicherheiten umzugehen. Ihr Mann ist sich offensichtlich derzeit seines eigenen Wertes und seiner eigenen Attraktivität unsicher. Was könnte ihn ins Wanken gebracht haben? Gibt es aktuell in seinem oder Ihrem gemeinsamen Leben eine Veränderung, die eventuell Ängste schürt, so dass er nicht damit zurecht kommt?

Ursachen oft in früher Kindheit

Die Ursachen können genauso weit früher aus der Kindheit rühren. Beispielsweise durch häufige Kritik der Eltern, mangelnden Respekt, Verlustängsten und dem Gefühl nicht gut genug zu sein. In Ihrem Fall hört es sich ganz so an, als gäbe es keinen aktuellen Anlass, mit dem Sie persönlich Ihrem Mann Grund zu dieser plötzlich auftretenden Eifersucht liefern. Ich könnte mir also vorstellen, dass die Gründe dafür eher in seiner eigenen Unsicherheit liegen. Was könnte es sein, das ihn verunsichert?

Sie schreiben, er ist unzufrieden mit sich. Dies könnte der Grund dafür sein, dass er vielleicht Konkurrenz wittert. Oder diese aus der eigenen Unzufriedenheit heraus als bedrohlich wahrnimmt. Fragen Sie ihn, was ihn stört und wie sich dies verändern ließe. Vielleicht können Sie ihn verständnisvoll dabei unterstützen, seine Situation zu verbessern?

So lange die Eifersucht nicht krankhaft wird, das heißt, solange die Lebensqualität Ihres Mannes und Ihre eigene nicht nachhaltig und andauernd davon beeinträchtigt wird, könnte ein offenes Gespräch helfen. Sie schreiben, Sie sind „eigentlich“ glücklich mit Ihrem Mann. Überlegen Sie ob es Wege gäbe, sich mehr einander zuzuwenden, um glücklich zu sein, anstatt sich mit einer Situation zufrieden zu geben.

Wenn Eifersucht zum Wahn wird

Vielleicht sollte sich auch für Sie etwas grundsätzlich verändern? Wenn die Wahrnehmung Ihres Mannes so eingeengt ist, dass er an gar nichts anderes mehr denken kann, als an Kontrolle und Unterstellungen, dann sollten Sie sich dringend Hilfe suchen. Denn dann ist die Eifersucht wie ein Rausch und endet im Wahn. Beugen Sie vor durch Kommunikation. Nehmen Sie die Ängste Ihres Mannes ernst und fragen Sie ihn, was ihm helfen würde. Behalten Sie dabei jedoch auch sich selbst im Blick. Setzen Sie Grenzen, um nicht in die Beweispflicht zu rutschen.

Manchmal reichen etwas mehr Nähe und Zugewandtheit schon aus, um wieder mehr zusammen zu finden und dadurch wieder mehr Beziehungs-Sicherheit herzustellen. Vielleicht brauchen Sie auch beide gerade etwas mehr Spaß. Nehmen Sie sich Zeit füreinander und lassen Sie es sich gut gehen.

Die Online-Sprechstunde von Dorothea Perkusic

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