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Wie kann ich meine Sucht überwinden?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können Sie der Einzel- und Paartherapautin Dorothea Perkusic Ihre Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Die heutige Frage:

Ich rauche seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger, in letzter Zeit wieder sehr viel mehr. Im Allgemeinen merke ich, wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, dass Süchte bei mir ein Thema sind, vor allem wenn ich Stress habe und es mir nicht so gut geht. Regelmäßig Alkohol, viel am Handy und so weiter. Irgendwie kriege ich die Kurve nicht. Warum ist das so? Ich bin ansonsten eigentlich eher diszipliniert.

Dorothea Perkusic:

Ich habe überlegt ob ich diese Frage auswähle, da sie im ersten Moment keine „klassische“ Liebesfrage ist. Das ist sie aber doch, denn es geht bei selbstschädigendem Verhalten, welches über den Genuss hinaus geht, maßgeblich um die Liebe, die Beziehung zu und den Umgang mit uns selbst.

Süchte stehen immer für etwas Unterdrücktes, womit wir nicht umzugehen wissen und etwas, was wir damit betäuben. Unterdrückte oder auf Eis gelegte Gefühle, betäubte Träume, verdrängte Sehnsüchte, verschluckte Tränen. Sucht kommt von suchen.

Was stresst Sie?

Sie beschreiben, dass Sie Ihr Suchtverhalten besonders in stressigen Situationen wahrnehmen. Überlegen Sie, was Sie stresst und was Sie versuchen zu kompensieren. Wenn Sie es unterlassen, in solchen Situationen zu rauchen oder sich Ihres Gefühlszustandes zu „erleichtern“, was geschieht dann? Welche Zustände treten dann auf und was könnte Ihnen helfen, anstatt zum Mittel Ihrer Wahl zu greifen? Suchtmittel haben Auswirkungen auf bestimmte Bereiche im Gehirn, die das emotionale Wohlbefinden oder auch Schmerzen regulieren. Dadurch werden Botenstoffe, wie zum Beispiel Dopamin, vermehrt ausgeschüttet, wodurch ein Belohnungseffekt entsteht. Sie behandeln sich also sozusagen selbst, beziehungsweise belohnen sich.

Wer seelisch belastet ist sucht nach Entlastung. Diese findet er dann zum Beispiel beim Rauchen, Trinken, Zocken, Konsum und so weiter. Sie füllen mit diesen Mitteln ein Loch, das Sie in Ihrem Leben spüren.

Hinterfragen Sie sich

Dieser gefühlte Mangel muss ausgeglichen werden. Was könnte Ihr Leben erfüllter machen, was würde Sie mehr ausgleichen?
 
Hinterfragen Sie Ihr Muster und scheuen Sie sich nicht Hilfe aufzusuchen, wenn Sie nicht allein zurechtkommen. Ein unverbindlicher Termin bei der Suchtberatung ist für den Anfang eventuell ein lohnender Schritt um ein besseres Verständnis zu entwickeln und gemeinsam herauszufinden, wie der Weg gegangen werden kann zu einem unabhängigen und befreiteren Leben.

Die Online-Sprechstunde von Dorothea Perkusic

Stellen Sie Ihre persönlichen Lebens- und Liebesfragen – von den häufigsten Fragen wird jeden Montag jeweils eine ausgewählt und anonymisiert auf mehreren Online-Portalen beantwortet.

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