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Die Kinder sind aus dem Haus und wir haben uns jetzt wenig zu sagen… Was tun?

In unserer Service-Rubrik „Liebesfragen“ können Sie der Einzel- und Paartherapautin Dorothea Perkusic Ihre Fragen rund um die Themen „Leben“ und „Liebe“ stellen. Ausgewählte Fragen werden immer montags hier anonymisiert veröffentlicht.

Die heutige Frage einer verheirateten Frau:

Mein Mann und ich sind seit 27 Jahren ein Paar und wir haben vier, mittlerweile schon flügge gewordene, Kinder. Zu Hause wird es leerer und wir stellen fest, dass wir uns über familiäre Themen hinaus wenig zu sagen haben. Wie schaffen wir es, wieder in ein besseres Miteinander zu kommen und neue, gemeinsame Interessen zu entwickeln? Ich habe Angst, dass wir uns sonst aus den Augen verlieren.

Dorothea Perkusic:

Dies ist eine durchaus berechtigte Sorge. Zum Glück haben Sie einen aufmerksamen Blick darauf und verspüren noch einen Anspruch, Ihre Beziehung auf das nächste Level zu heben. Und das ist vielleicht gar nicht so schwer.

In jungen Jahren sind die gemeinsamen Ziele häufig ein oft wenig besprochener Selbstläufer. Zwei Menschen sind verliebt und möchten ihr Leben miteinander verbringen. Darauf folgt irgendwann ein gemeinsames Heim, Verlobung, Hochzeit, Kinder, Baum pflanzen, berufliche Ziele werden gesteckt und verwirklicht, Urlaube gemacht und dann vielleicht noch Hund, Katze, Maus.

Welche Bedürfnisse und Träume haben Sie?

All dies beansprucht uns in einem hohen Maß, und wenn es über so manche Hürde hinweg gelingt, dann erleben Paare diese gefüllte Zeit mit heranwachsenden Kindern als familiär sehr erfüllend.
 
Darüber hinaus ist es oft gar nicht so einfach, zu definieren, was ein Paar als Paar ausmacht, wenn es leise wird. Und das ist es – auf einmal ist es still und man sitzt zu zweit auf dem Sofa. Das, was man sich über viele, oft anstrengende Jahre hinweg ersehnt hat, steht nun im Raum – Ruhe. Was nun? Sie können nun ein paar Jahre überbrücken – bis das erste Enkelkind da ist- und dann auf den bisher erworbenen Fähigkeiten weiter aufbauen und Großeltern sein.
Jedoch sollten Sie sich auch unbedingt die Frage stellen, wer Sie heute sind? Welche Bedürfnisse und Träume jeder von Ihnen hat und welche Schnittmengen hier vorhanden sind, an die Sie sich heranwagen können.

Tauschen Sie sich miteinander aus. Ich finde immer gut, sich Ziele zu stecken und die Werte zu überdenken. Was waren früher Ihre wichtigsten Werte und welche sind es heute? Wie definieren sich diese für jeden von Ihnen? Was hat sich im Vergleich zu früher verändert und was ist gleich geblieben in Ihren Haltungen?

Stecken Sie sich Ziele

Ziele können Sie sich in drei Etappen stecken. Kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Was möchten wir in den nächsten vier Wochen erleben, erreichen oder womit auseinandersetzen? Was ist in drei Monaten, und wie wollen wir in einem Jahr dastehen? Diese Fragen können Gemeinsamkeiten deutlich machen oder entstehen lassen. Dies bringt Klarheit, die Ihnen momentan fehlt.

Was klar und deutlich ist, gibt uns Sicherheit. Wenn wir uns sicher und geborgen fühlen, fällt es uns leichter, uns einzulassen, miteinander umzugehen und Mut aufzubringen. Und dies werden Sie brauchen. Denn sich auf diese veränderte Lebenssituation und damit verbunden wieder auf mehr Zweisamkeit einzulassen, ist zunächst eventuell etwas ungewohnt und macht vielleicht auch Angst. Denn, wie so oft, wurde sicher manches unter den Teppich gekehrt, was nun Thema wird.

Fangen Sie klein an

Es ist auch spannend. Fangen Sie klein an und genießen Sie, was jetzt ist. Sollten Sie keine größeren Baustellen haben und sich gar nicht mehr riechen können, nehmen Sie eine gemeinsames Bad, ein Frühstück im Bett, einfach mal wieder ausgiebig knutschen, morgens nackt Kaffe kochen.

Die Online-Sprechstunde von Dorothea Perkusic

Stellen Sie Ihre persönlichen Lebens- und Liebesfragen – von den häufigsten Fragen wird jeden Montag jeweils eine ausgewählt und anonymisiert auf mehreren Online-Portalen beantwortet.

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